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Meine Karriere als Radfahrer

Ich muss sagen, dass ich leider echt spät Radfahren gelernt habe. Und Schwimmen. Und mit Messer und Gabel zu Essen. Von wegen Karriere. Na ja.
Und Radfahren dann noch mit Dingern, die ich heutzutage als Vater niemals an die Erst-Fahrräder meiner Töchter schrauben würde: Stützräder. Aber in den 70er Jahren war noch alles anders.

Ich im schicken Pullover auf meinen ersten Fahrrad
In der Familie gab’s keine begnadeten Fotografen

Mein erstes Fahrrad war rot und normal und hatte o.g. Stützräder hinten dran. Das zweite aber … heyho … war ein gelbes Bonanza-Rad, welches mein Vater für 50 Mark + 50 Schweizer Franken kaufte. Den Hinweis, dass Franken mehr wert sind, hat der Junge, der sein vermeintlich geliebtes Rad abgab, mehr als angezweifelt. Auf jeden Fall hatte ich ab sofort das coolste Ding weit und breit und ich weine heute noch manchmal heimlich unter meiner Decke, wenn ich daran denke, dass es ohne darüber nachzudenken auf dem Müll landete.

Bonanza-Rad vor einer Garage stehend
Meine Töchter finden Bonanza-Räder totpeinlich (Foto: KubisBox Leverkusen)

Nummer 3 war ein silbernes Rennrad, mit dem ich zwei spektakuläre Stürze hinlegte, nämlich einmal, als ich versuchte Hände-über-Kreuz zu fahren (funktionierte genau einen Meter) und dann noch, als ich in einer Tiefgarage so perplex über die plötzlich runterfallende Kette war, dass ich vergessen hab zu lenken und zu bremsen. Letzteres übernahm eine Wand. Und mein Kopf.
Irgendwann baute ich es mit einem geraden Lenker und Cantilever-Bremsen selbst um. Die Bremsen funktionierten nie so richtig und ich weiß noch, dass ich damit nicht mehr durch den Zoll kam, weil es den Schweizer Grenzbeamten zu wenig straßentauglich vorkam. Zumindest auf eidgenössisch diplomierten Straßen. Ich habe versprochen, es nach Hause zu schieben, nur um natürlich 500 Meter hinter der Grenze wieder aufzusitzen.

Es folgen ein paar gedächtnis-, vielleicht sogar fahrradfreie Jahre, bis ich mir als Student in Konstanz ein lila Mountainbike von Rocky Mountain kaufte. Damit fuhr ich bei gutem Wetter auf einer idyllischen Touristenstrecke am Bodensee entlang von Radolfzell zur Uni Konstanz. Es hatte einen wunderschönen gemufften Rahmen (Alu-Schweißen gab’s noch nicht) und wurde nach einem Unfall durch das schwarze Cube Acid ersetzt, welches heute noch in der Garage hängt.

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